Brìghde Chaimbeul:
where the veil is thin

Freitag, 4. Juli 2025, 20:15 Uhr, Festivalschiff
Brìghde Chaimbeul: Small pipe
Molly Scott Danter: Performance
„Mit ihrem Signature Piece wird Brìghde Chaimbeul während der Monheim Triennale die Temperatur hunterregeln. In Anlehnung an ein früheres Projekt wird die Musikerin mit der Tänzerin Molly Scott Danter zusammenarbeiten, die wie Chaimbeul auf der Isle of Skye aufgewachsen ist. „Sie wird eine Hommage an traditionelle Tanzformen auf die Bühne bringen, so wie auch die Musik als Anspielung auf traditionelle Melodien funktioniert, aber wir werden all das in eine andere Richtung bringen“, sagt sie.
Das gilt auch für das grundlegende Thema, das sich aus den vielen Erzählungen um die gälische Sagengestalt Cailleach Bheur, die „scharfsinnige alte Dame“, speist. „Sie ist sehr wild und mächtig. Sie kommt jeden Winter und wird gewöhnlich mit dem Wind, dem Frost, mit Stürmen, dem Eis, dem Winterwetter gleichgesetzt oder als Landschaft beschrieben“, erklärt Chaimbeul. „Das Stück folgt ihrer Reise von ihrem Erwachen zum Winteranfang angefangen bis zu ihrem Tod, der den Beginn des Frühlings markiert.“
Solche Personifikationen der Jahreszeiten gibt es in der gälischen Folklore zuhauf, wie Chaimbeul anmerkt. „Es ist, als ob man eine Art menschlichen Vergleich zu etwas herstellt, das sich außerhalb menschlicher Kontrolle befindet.“ Der dem innewohnende Dualismus von Licht und seiner Abwesenheit wird auch die Visuals beeinflussen, die Chaimbeul als „abstrakt“ bezeichnet. „Sie reagieren auf das, was passiert – die Bewegung meiner Finger, die Schallwellen, Mollys Bewegungen“, sagt sie. „Zugleich wird eine dunkle, abgeschottete Welt geschaffen.”
Auszug aus den Monheim Papers 2025, Kristoffer P. Cornils.